Der Name des Interview-Blogs „Up and Up and Up. Vom Hinfallen und wieder Aufstehen“ soll Programm sein. Der Blog soll den Lesenden Mut machen, nicht aufzugeben, auch, wenn sie gerade kein Licht am Ende des Tunnels sehen. Wenn Aufzugeben die einzige Option scheint.
„Nur im Dunkeln sieht man die Sterne“
Aber es gibt nie nur diese eine Option. „Nur im Dunkeln sieht man die Sterne“, hat Bürgerrechtler Martin Luther King einmal gesagt, das heißt, es lohnt sich immer, es weiter zu versuchen und sich nach dem Hinfallen wieder auzurappeln. Frei nach dem Motto: „Hinfallen ist keine Schande, nur Liegenbleiben!“ Und genau nach dieser Philosophie leben die Interviewten. Es ist nicht so, dass sie nicht vom Schicksal herausgefordert wurden. Im Gegenteil.
Stehaufmännchen Anastacia
Die US-Sängerin Anastacia beispielsweise hat so viele Rückschläge in ihrem Leben erlitten, dass es für zwei reichen würde: Sie war an Brustkrebs erkrankt – und das bereits zweimal. Zwei Mal hat sie den Krebs besiegt. Besiegt hat sie die Darmerkrankung Morbus Crohn nicht, aber gelernt, mit ihr zu leben. „Natürlich gibt es auch schlechte Tage. Dann versuche ich das Beste draus zu machen und lade ein paar Freunde ein.“
So wie Anastacia sind auch die anderen Interviewten ganz besondere Menschen, die in ihrem Leben nicht nur einmal am Scheideweg standen. Aber sie zeichnet eine besondere psychische Widerstandskraft, Resilienz, aus.
Ein Rezept für Resilienz?
Ich wollte von diesen Menschen wissen, wie sie es schaffen, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigungen zu überstehen. Haben sie ein Rezept für Resilienz? Was können wir alle von ihnen lernen, um widerstandsfäher zu werden?
Interview-Übersicht
Simone Zettier
Journalistin, Hobby-Tennisspielerin und Stehaufmännchen
INFO
Simone Zettier, Jahrgang 1978, kommt aus dem Münsterland und ist Journalistin. Sie hat an der TU Dortmund Journalistik und an der University of New Orleans studiert und arbeitet als freie Mitarbeiterin für diverse Medien.
Sie spielt seit ihrem zehnten Lebensjahr Tennis und hat seitdem unzählige Male den Platz als Verliererin verlassen. Aber genau diese Niederlagen haben sie stark gemacht. Stark genug, um auch in schwierigen Situationen nicht aufzugeben, sondern weiterzumachen.
2009 erkrankte sie an Dermatomysitis, einer sehr seltenen Erkrankung, welche ihre Muskeln, Gelenke und Organe beeinträchtigte. Sie verlor einen Großteil ihrer Muskelmasse und konnte nur noch fünf Minuten am Stück spazierengehen. Auch ihre Stimmmuskeln wurden angegriffen. Sechs Wochen lang konnte sie nicht mehr sprechen und war auf die Hilfe einer Logopädin angewiesen. Durch die Einnahme von Cortison und anderer Medikamente nahm sie 20 Kilogramm zu, verlor ihre Haare und ihre Haut fühlte sich an wie Schmirgelpapier, war geschwollen und krebsrot.
Auch wenn ihre Muskeln schmerzten und sie bereits nach der kleinsten Anstrengung außer Atem war, wollte sie von ihren Ärzten wissen, wann sie wieder Tennis spielen könne.
Die Ärzte sagten ihr, sie könne nie wieder Tennis spielen. Zwei Jahre später stand sie wieder auf dem Platz und wurde 2021 in ihrer Altersklasse Vize-Westfalenmeisterin.
Ihr hat es in schwierigen Momenten immer geholfen, sich besondere Persönlichkeiten als Beispiel zu nehmen. So wie Box-Legende Muhammad Ali. Von ihm hängt ein Porträt in ihrem Wohnzimmer. Oder der ehemalige Weltranglisten-Erste im Tennis, Thomas Muster, aus Österreich, der 1989 von einem alkoholisierten Autofahrer umgefahren wurde und nur sechs Monate später ein beeindruckendes Comeback feierte. Von dem French Open Sieger 1995 stammt der legendäre Satz: „Aufgeben tut man nur einen Brief.“

Bild: Lana Rossdeutscher
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